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Welch eine Champagne Tour!

11.05.2015

Welch eine Champagne Tour!
Am letzten Donnerstag fuhr ich erneut in die Champagne um den Lagerbestand im Keller wieder aufzufüllen. Die hohe Nachfrage hatte dazu geführt, dass der eine oder andere gute Tropfen nicht mehr vorrätig war, und das wollte ich schnellstmöglich ändern. Los ging es mit dem „Gerards Champagner Express“ in Richtung französische Grenze. Wie immer ohne Probleme wurden die begehrten Champagner Kartons ins Fahrzeug geladen, dann die Zollpapiere und Unterlagen entgegengenommen. Kurz vor Erreichen des letzten Weingutes bemerkte ich im Rückspiegel zwei Autos der französischen Gendarmerie. Sie fuhren eine Weile hinter mir her, und als wir gerade am Ortsausgang eines kleinen malerischen Dörfchens waren, überholte mich das Eine der beiden Polizeiautos. Die Uhr zeigte etwa 12 Uhr mittags. Ich dachte, die Gendarmen hätten vielleicht Mittagspause, und überholten mich aufgrund ihres großen Hungers deshalb. Weit gefehlt! Nach etwa 500 Metern hielt das vorausfahrende Fahrzeug abrupt auf dem rechten Seitenstreifen, der Fahrer stieg aus, und bedeutete mir – wild mit den Armen wedelnd – dass ich doch Bitteschön anhalten solle.
Natürlich fuhr ich pflichtgemäß sofort rechts ran, und wartete was da kommen sollte. Mittlerweile war das Fahrzeug hinter mir auch zum Stehen gekommen, und so hatte ich vor und hinter mir eine Eskorte französischer Polizisten. „Ausweis, Führerschein, und Fahrzeugpapiere“. Was ich denn geladen hätte, fragte er mich. „Champagner“ entgegnete ich im selbstbewussten Ton.
Ein ranghoher, grauhaariger Volksbeschützer kontrollierte meine Papiere, und fragte sofort auch nach den Zollpapieren für den Champagner. Er grinste dabei leicht süffisant, das änderte sich aber, also ich ihm die Papiere übergab, und er meine Anschrift las. „Oh, Monsieur Gerard“, entfiel es ihm. „Pas de probleme, bon route!“. Er übergab mir die Papiere wieder und gab seinen Kollegen zu verstehen, dass die Kontrolle beendet sei. Er kannte mich wohl schon, schließlich war ich ja nicht zum ersten Mal (und bestimmt auch nicht zum letzten Mal) in dieser Gegend. Er wusste wohl auch, dass bei mir alles korrekt abläuft, und weder dem französischen, noch dem deutschen Staat irgendwelche Einnahmen entgehen.
Die Polizei Eskorte blieb mir noch einige Kilometer erhalten, bevor ich dann zu meinem letzten Vigneron Champagne Royer nach Landreville abbog.
Es lohnt sich eben doch, alles korrekt abzuwickeln. Denn früher oder später….